Abschied von Jürgen Eckel
Montag, 16. Februar 2009 18:28
Mit einer Trauerfeier nahmen am Montagvormittag in der Kapelle des Friedhofs Gronau die nächsten Familienangehörigen und zahlreich erschienene Freunde Abschied von Jürgen Eckel, der völlig unerwartet am 31. Januar 2009 im Alter von 57 Jahren verstarb.
Pastor Ralf Schäffer spendete der Trauergemeinde Trost aus Psalmen und Bibelworten und nicht zuletzt aus Zitaten, die der Homepage des Verstorbenen entnommen waren. Jürgen Eckel, zählte lange Zeit zu den Besuchern unserer Gemeinde. Durch seinen Glauben an Gott bekam er nach eigenen Worten die Kraft, seine Krankheit, den Alkoholismus zu überwinden. So schrieb Jürgen auf seiner Homepage über sich selbst:
„Es ist ein medizinisches Wunder, dass ich aus diesem exzessiven Rückfall ohne Entgiftung herauskommen konnte. Und es ist für mich ein Wunder, dass nach diesen grausamen Tagen in mir etwas geschehen ist, was ich bis heute nicht begreifen oder benennen kann. Meine Kraft und mein Wille alleine hätten mir nicht mehr helfen können und ich empfinde meine heutige Trockenheit als Geschenk Gottes.
Seit damals weiß ich, dass ich für mich trocken bin. Und heute lebe ich meistens recht zufrieden. Ich habe vieles geändert. Ich habe das Haus unter gewaltigen Verlusten verkauft und mir eine kleine Wohnung gemietet, ich bin geschieden und ich habe eine ungeliebte berufliche Tätigkeit nach 23 Jahren beendet. Tatsächlich habe ich seither einige dieser “Katastrophen” nüchtern meistern können, die mich früher allein schon bei einem Gedanken daran, dass sie passieren könnten, an die Flasche getrieben hätten.
Ich habe das Leben wieder gewonnen, zum ersten Male lebe ich wirklich bewusst und ich habe erstmals wirkliche, aufrichtige Freunde. Keine Saufkumpane und niemanden mehr, dem ich irgendetwas beweisen muss, dafür Menschen, die mich so akzeptieren, wie ich bin. Die in mir den Menschen und nicht die Füllung des Maßanzuges sehen, denen ein Titel egal ist, aber mich mögen als der, der ich bin: Ich bin Jürgen, ein trockener Alkoholiker.“
Jürgen Eckel ist vielen Betroffenen ein Helfer und Freund gewesen. Seine Homepage ist ein Zeugnis der Hoffnung und des Zuspruchs. Über alle Trauer stellte Pastor Schäffer das Lebensmotto des Verstorbenen: Die Liebe bleibt!
Zitate, gefunden auf Jürgen Eckels Homepage:
- Will ich Liebe finden, oder will ich Fehler finden? Beides geht nicht!
- Ich bin nicht dazu verurteilt, einst Erlebtes ständig zu wiederholen, sondern ich bin fähig aus Fehlern zu lernen.
- Wenn Probleme auftauchen, müssen Lösungen her, nicht Sorgen.
- Es ist nicht entscheidend, was geschieht; entscheidend ist, wie ich darauf schaue, wie ich darüber denke und wie ich damit umgehe.
- Dankbarkeit ist das Gedächtnis des Herzens.
- Ich überlege, ob ich glücklich sein will oder ob ich beweisen will, dass ich recht habe. Beides kann ich nicht haben.
- Nur verletzte Menschen verletzen Menschen.
- Wie glücklich könnte mancher leben, wenn er sich um andere Leute Angelegenheiten so wenig kümmerte, wie um seine eigenen.
- Jede dunkle Nacht hat ein helles Ende.
- Ich bekomme meistens nicht das, was ich mir wünsche, sondern das, was ich brauche.
- Wenn du nicht Teil der Lösung bist, bist du Teil des Problems.
- Fang bei Dir selber an.
- Nimm Dich nicht so wichtig.
- Leben kann man nur vorwärts, das Leben verstehen nur rückwärts.
- Tu etwas, aber tu es leise!
Thema: Allgemein, Gemeinde, Newsletter, Pfadfinder, Trauer | Kommentare (1) | Autor: HaaseM
